9 Min. Lesezeit · Veröffentlicht am 4. November 2026
Geschichte erfinden Spiel: 9 Erzählspiele für Kinder
Ein Geschichte-erfinden-Spiel ist oft der leichteste Weg, Kinder zum Erzählen zu bringen. Auf „Erzähl doch mal was“ fällt den meisten nichts ein. Aber wenn ein Würfel einen Drachen zeigt und eine Karte einen Kühlschrank, sprudeln die Ideen.
Hier findest du neun Erzählspiele für Kinder, mit einfachen Regeln und fast ohne Material: zum Selbermachen, für den Esstisch, die lange Autofahrt oder die Klasse. Dazu zwölf Geschichtenanfänge zum Weitererzählen und eine Übersicht, welches Spiel zu welchem Alter passt.
Spiel 1: Würfelgeschichten mit selbst gemachten Würfeln
Würfelgeschichten sind ein Klassiker, und Geschichtenwürfel selber machen geht schneller, als man denkt. Du brauchst drei Holzwürfel aus dem Bastelladen oder drei kleine Schachteln, die ihr zu Würfeln beklebt. Jede Seite bekommt ein kleines Bild, gemalt oder aufgeklebt.
- Würfel 1, Figuren: Fuchs, Prinzessin, Roboter, Oma, Drache, Schnecke.
- Würfel 2, Orte: Wald, Mond, Unterwasser, Küche, Schloss, Bahnhof.
- Würfel 3, Gegenstände: Schlüssel, Regenschirm, Kuchen, Landkarte, Laterne, Socke.
So wird gespielt: Alle drei Würfel werfen und eine Geschichte erfinden, in der alles vorkommt. „Eine Schnecke findet auf dem Mond einen Regenschirm.“ Ältere Kinder würfeln während der Geschichte nach: Jeder neue Wurf bringt eine Wendung. Mit der Zeit könnt ihr weitere Würfel basteln, etwa für Gefühle (froh, wütend, ängstlich) oder Wetter.
Spiel 2 und 3: Erzählkarten und der Sack voller Dinge
Spiel 2, Erzählkarten: Schneidet aus Pappe drei Stapel Karten aus, in drei Farben. Grün für Figuren, blau für Orte, gelb für Gegenstände. Malt oder schreibt auf jede Karte etwas. Jeder zieht eine Karte von jedem Stapel und erfindet daraus eine kurze Geschichte. Variante für Größere: Jeder hat drei Karten auf der Hand und muss sie im Lauf einer gemeinsamen Geschichte unterbringen. Wer zuerst alle ausgespielt hat, erzählt das Ende.
Spiel 3, der Sack voller Dinge: Leg zehn kleine Gegenstände in einen Stoffbeutel: einen Löffel, einen Knopf, eine Muschel, eine Spielfigur, einen Schlüssel, eine Feder. Dein Kind greift blind hinein, fühlt, zieht etwas heraus, und dieser Gegenstand muss sofort in die Geschichte. Nach jedem Satz darf der Nächste greifen. Für Kleine ist schon das Fühlen ein Abenteuer: „Ist das etwas Weiches? Etwas Kaltes?“
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Erzählspiele für Kinder ohne Material
Diese drei Spiele brauchen nur Stimmen. Sie sind ideal für die Autofahrt, das Wartezimmer oder den Spaziergang.
Spiel 4, Geschichte reihum: Einer beginnt mit einem Satz, der Nächste macht weiter, immer abwechselnd. Die einzige Regel: Man darf nichts zurücknehmen, was der andere gesagt hat. Wenn der Pinguin fliegt, fliegt er. Für Größere wird es lustiger mit der Variante „Zum Glück … Leider …“: Jeder Satz beginnt abwechselnd mit „Zum Glück“ oder „Leider“. „Leider regnete es. Zum Glück hatte der Fuchs einen Schirm. Leider war der Schirm aus Zucker …“
Spiel 5, „Was wäre, wenn …?“: Einer stellt eine verrückte Frage, alle anderen erzählen, was dann passiert. Was wäre, wenn die Katze sprechen könnte? Wenn es Schokolade regnen würde? Wenn dein Kuscheltier nachts lebendig wird? Wenn wir morgens alle eine Handbreit kleiner wären? Das Spiel funktioniert schon mit vier Jahren und bringt oft die schönsten Ideen hervor.
Spiel 6, die Geschichte rückwärts: Ihr beginnt mit dem Ende. „Und darum schlief der Drache an diesem Abend in einer Badewanne voller Pudding.“ Jetzt muss erzählt werden, wie es dazu kam. Das Spiel fordert ältere Kinder heraus, weil sie Ursache und Wirkung durchdenken müssen, und es endet garantiert im Gelächter.
Spiel 7: Geschichtenanfänge zum Weitererzählen
Ein guter erster Satz macht neugierig. Lies einen Anfang vor, und dein Kind erzählt weiter. Oder ihr erzählt abwechselnd, jeder einen Satz. Hier sind zwölf Anfänge, frei zum Ausprobieren:
- Als Mia am Morgen die Haustür öffnete, stand dort ein Pinguin mit einem Koffer.
- In Omas Keller war eine Tür, die gestern noch nicht da gewesen war.
- Heute fiel der Regen nach oben.
- „Bitte nicht lachen“, sagte der Elefant, „aber ich habe Angst vor Mäusen.“
- Mitten in der Nacht klopfte es an mein Fenster. Im dritten Stock.
- Der kleine Drache konnte endlich Feuer spucken. Leider war es blau und eiskalt.
- Jeden Dienstag verschwand im Klassenzimmer ein Bleistift. Heute wollte Paul herausfinden, warum.
- Auf dem Flohmarkt kaufte Lina eine alte Taschenlampe. Als sie sie anknipste, leuchtete sie in die Vergangenheit.
- Die Wolke über unserem Garten sah aus wie ein Hase, und sie folgte uns überallhin.
- Der Roboter im Schaufenster winkte. Aber nur mir.
- Als der Schnee schmolz, fand Ben darunter eine Karte mit einem roten Kreuz.
- „Ab heute bestimme ich“, sagte der Kater und setzte sich auf das Sofa wie auf einen Thron.
Tipp: Schreibt die Anfänge auf Zettel und legt sie in ein Glas. Wer abends nicht weiß, was er erzählen soll, zieht einfach einen.
Spiel 8 und 9: gemalte Geschichten und Wörterschmuggel
Spiel 8, die gemalte Geschichte: Faltet ein großes Blatt in vier oder sechs Felder. Dein Kind malt in jedes Feld ein Bild, eins nach dem anderen, und erzählt dabei, was passiert. Am Ende entsteht eine Bildergeschichte, die es immer wieder erzählen kann. Variante zu zweit: Einer malt ein Bild, der andere malt das nächste, und keiner weiß, wohin die Reise geht. Gerade Kinder, die noch nicht schreiben, können so ganze Geschichten festhalten.
Spiel 9, Wörterschmuggel: Jeder bekommt heimlich drei Wörter, die er in die gemeinsame Geschichte schmuggeln muss, zum Beispiel „Gurke“, „Trompete“ und „Mondschein“. Die anderen versuchen herauszuhören, welche Wörter es waren. Das Spiel eignet sich besonders für Kinder ab acht Jahren und für Familienabende mit Großeltern.
Wenn dein Kind gern malt und wählt, kann es auch eine Geschichte in Bildern zusammenstellen: Bei AI-Koma Kids sucht es einen Helden aus unseren gezeichneten Figuren aus, bis zu zwei Begleiter, eine Welt wie den Dschungel oder die Insel der tausend Farben, ein Abenteuer und eine Stimmung. Ein bisschen wie beim Kartenspiel, nur dass am Ende ein illustriertes Buch dasteht, mit Texten und Bildern, die von künstlicher Intelligenz erzeugt werden.
Held, Welt und Abenteuer wählen: das erste Buch ist geschenkt
Welches Geschichte-erfinden-Spiel passt wohin?
Zu Hause, am Esstisch oder an einem Regentag:
- Würfelgeschichten, Erzählkarten, der Sack voller Dinge, die gemalte Geschichte.
Im Auto, im Zug oder im Wartezimmer:
- Geschichte reihum, „Was wäre, wenn …?“, die Geschichte rückwärts, Geschichtenanfänge aus dem Kopf. Alles ohne Material und ohne Bildschirm. Mehr Ideen für unterwegs findest du im Artikel über Reisen mit Kindern.
In der Klasse oder Kita-Gruppe:
- Erzählkarten in kleinen Gruppen, eine Geschichte reihum im Sitzkreis, Geschichtenanfänge an der Tafel, gemalte Geschichten als Gemeinschaftsbild. Ein Erzählstein, der weitergereicht wird, regelt, wer gerade spricht.
Erzählspiele nach Alter
- 3 bis 5 Jahre: der Sack voller Dinge, Würfel mit Bildern statt Wörtern, „Was wäre, wenn …?“ mit sehr einfachen Fragen, die gemalte Geschichte mit zwei oder drei Feldern. Hilf mit Auswahlfragen („Fliegt der Fuchs oder schwimmt er?“) und lass jede Idee gelten.
- 6 bis 8 Jahre: Würfelgeschichten mit Nachwürfeln, Erzählkarten, „Zum Glück … Leider …“, die Geschichtenanfänge. Viele Kinder in diesem Alter lieben es, die Erwachsenen mit absurden Wendungen zu überraschen.
- 9 bis 12 Jahre: die Geschichte rückwärts, Wörterschmuggel, Kartenspiele mit Handkarten. Größere schreiben ihre besten Geschichten gern auf oder erfinden eigene Spielregeln, und manche wollen daraus ein eigenes Buch machen.
Ganz gleich, welches Spiel: Es gibt keine falschen Geschichten. Das Ziel ist nicht, die beste Geschichte zu erzählen, sondern zusammen zu lachen und zu staunen.
Wenn aus dem Spiel ein Buch werden soll
Manche Spielrunden sind so schön, dass man sie festhalten möchte. Schreibt sie in ein Heft, malt dazu, oder lasst daraus ein illustriertes Buch entstehen: Bei AI-Koma Kids wird dein Kind nicht gezeichnet, aber sein Vorname kann im Text vorkommen, wenn der Erzähler es anspricht oder der Held an dein Kind denkt. Aus dem Foto seines Kuscheltiers kann sogar eine Figur werden; das Foto wird nicht gespeichert. Das Buch hat 16, 18 oder 20 Seiten, je nach Alter, und lässt sich als PDF ausdrucken.
Das erste Buch ist bei der Anmeldung geschenkt. Danach gibt es „Kleiner Entdecker“ für 5,99 € im Monat mit 5 Büchern oder „Entdecker“ für 9,99 € mit 10 Büchern, ohne Laufzeit.
Häufige Fragen
Wie mache ich Geschichtenwürfel selber?
Nimm drei Holzwürfel oder kleine Schachteln und klebe auf jede Seite ein Bild: auf einen Würfel Figuren, auf einen Orte, auf einen Gegenstände. Malen oder Aufkleber aus Zeitschriften reichen völlig.
Ab welchem Alter funktionieren Erzählspiele für Kinder?
Einfache Spiele wie der Sack voller Dinge oder „Was wäre, wenn …?“ klappen oft schon mit drei oder vier Jahren, wenn ein Erwachsener mitspielt. Würfel- und Kartenspiele mit festen Regeln machen meistens ab fünf oder sechs Jahren richtig Spaß.
Welches Spiel eignet sich für lange Autofahrten?
Alle Spiele ohne Material: Geschichte reihum, „Zum Glück … Leider …“, „Was wäre, wenn …?“ und die Geschichte rückwärts. Sie brauchen nur Stimmen und lassen sich jederzeit unterbrechen.
Kann ich die Spiele in der Schule oder Kita einsetzen?
Ja. Erzählkarten, Geschichtenanfänge und die Geschichte reihum funktionieren gut in kleinen Gruppen. Ein Gegenstand, der weitergereicht wird, hilft dabei, dass alle zu Wort kommen.
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Wie wäre es, wenn dein Kind seine eigene Geschichte erfindet?
Ein illustriertes Buch mit 16 bis 20 Seiten, in wenigen Minuten aus deinen Entscheidungen erstellt, zum Lesen und Anhören. Das erste ist kostenlos.